Sie sind hier:  > Forschung > Abgeschlossene Promotionen > Validierung von Landschaftsbildbewertungsverfahren
DeutschEnglish


Bearbeitung:

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterMichael Roth

Betreuung bzw. Gutachter/Prüfer:
Univ.-Prof. Dr. Dietwald Gruehn
   (Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterTU Dortmund, Fak. Raumpl., LLP)
Univ.-Prof. i. R. Dr. Hartmut Kennweg
   (Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterTU Berlin, ILaUP, FG LP)
Prof. Dr. Wolfgang Wende
   (Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterIÖR Dresden, TU Dresden, Fak. Arch.)

Förderung:
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterStudienstiftung des deutschen Volkes

 

Landschaftsbildbewertung in der Landschaftsplanung - Entwicklung und Anwendung einer Methode zur Validierung von Verfahren zur Bewertung des Landschaftsbildes durch internetgestützte Nutzerbefragungen

Screenshot der Internetumfrage (© Michael Roth 2011)

Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, durch die Entwicklung und Anwendung einer Methode zur Validierung von Verfahren zur Bewertung des Landschaftsbildes einen Beitrag zur Erhöhung des Kenntnisstandes zur Validität von Landschaftsbildbewertungsmethoden bzw. allgemeiner zur Qualifizierung der Behandlung des Schutzgutes Landschaftsbild in der Landschaftsplanung zu leisten. Dazu wird, basierend auf einer Analyse von wissenschaftlichen, rechtlichen und praktischen Grundlagen für und Anforderungen an Landschaftsbildbewertungsverfahren, ein mehrstufiges, hierarchisches Forschungskonzept genutzt:

Die Recherche und Analyse von über 200 publizierten Methoden zur Bewertung des Landschaftsbildes ergab, dass, insbesondere bei den im deutschsprachigen Raum publizierten Methoden, nur für einen sehr kleinen Teil der Methoden der Nachweis der Erfüllung der wissenschaftlichen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität, Validität und Signifikanz erbracht wurde.

Die Analyse einer repräsentativen Stichprobe von mehr als 120 kommunalen Landschaftsplänen bestätigte die in der planungswissenschaftlichen Literatur bereits vermutete, aber bisher nicht auf repräsentativer Datenbasis empirisch nachgewiesene, gegenüber anderen Schutzgütern nachrangige Behandlung des Schutzgutes Landschaftsbild in der kommunalen Landschaftsplanung der vergangenen Jahrzehnte.

Das neu entwickelte Instrument der Internetbewertung von Landschaftsbildern wendet erstmals Methoden der psychologischen Onlineforschung und Online-Marktforschung auf landschaftsplanerische Kontexte und das Schutzgut Landschaftsbild an. Es erwies sich als geeignet, um eine große Zahl (in dem ersten Pretest über 300 Teilnehmer) nutzerbasierter Landschaftsbildbewertungen von hinsichtlich Altersstruktur, Bildungsniveau und geographischer Verteilung sehr diversen Stichproben zu erfassen. Die neu entwickelte Methode dieser Online-Landschaftsbildbewertung erwies sich in empirischen Pretests ebenfalls als objektiv, reliabel und valide.

In der auf diesen drei empirischen Untersuchungen aufsetzenden Hauptuntersuchung wurde der entwickelte Validitätstest auf mehrere über Deutschland verteilte Anwendungsfälle zweier ausgewählter Landschaftsbildbewertungsverfahren angewendet. Dazu wurde eine einer standardisierten Methode folgende Fotodokumentation angefertigt. Erstmals liegen somit für die beiden untersuchten Bewertungsverfahren Einschätzungen der Validität, basierend auf einer breiten empirischen Datenbasis mit über 1.600 Teilnehmern in der Hauptuntersuchung und über 5.700 komplette Bildbewertungen, vor. Es bleibt zunächst festzuhalten, dass für alle Kriterien und alle Skalierungsvarianten der beiden detailliert untersuchten Bewertungsmethoden signifikante und positive Zusammenhänge zwischen den Verfahrensergebnissen und der als Außenkriterium zur Validierung genutzten Landschaftsbeurteilung durch Laien bestehen. Hinsichtlich des Grades der Ausprägung der Zusammenhänge von Verfahrensergebnissen (singuläres Expertenurteil) und der Landschaftsbeurteilung durch (eine große Anzahl) Laien bestehen jedoch Unterschiede zwischen den beiden in dieser Arbeit untersuchten Verfahren und den jeweils berücksichtigten Kriterien: Während sich das Verfahren nach Leitl (1997) für die Bewertung der Schönheit des Landschaftsbildes und für die Gesamtbeurteilung/Gesamtpräferenz als valides Instrument erwiesen hat, gilt dies in dem genannten Verfahren nicht für die Vielfalt, Eigenart und wahrgenommene Naturnähe sowie generell nicht für das Verfahren nach Bielefeld (1990).

Eine kritische Ergebnisdiskussion sowie die Formulierung weiteren Forschungsbedarfs bilden den Abschluss der vorliegenden Arbeit.