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Betreuerin:
Dr. Christiane Ziegler-Hennings (LLP)
Beratung:
Dr. Wilhelm Grote
(Umweltamt d. Stadt Dortmund)
Anne Hoffmann (LLP)

"Brownfields to Greenfields", Wiedernutzung von Brachflächen als Chance für die Freiraumplanung

Es gibt unterschiedliche Brachflächentypen in Städten, die aufgrund der Aufgabe der bisherigen Nutzung entstanden sind. Bahnbrachen, Militärbrachen, Brachflächen früherer Industrie- und Gewerbenutzung und inzwischen auch Wohnbrachen, befinden sich häufig untergenutzt im Stadtraum.
Sie zeichnen sich oft durch eine gute Infrastruktur an ihren Rändern aus (dies gilt insbesondere für brachgefallenen Industrieflächen), können aber auch mit Bodenverschmutzungen belastet sein. Brachflächen variieren sehr stark in der Größe und in der Struktur. Von dem kleineren Grundstück, der Baulücke, bis zu Industriebrachen in der Größenordnung von über 100 ha reicht das Spektrum der Flächen, die Potentiale der Wiedernutzung beinhalten.
Die zukünftige Nutzung dieser Brachflächen hängt sehr stark von der Struktur der Fläche ab. Auf vielen Brachen hat sich durch die Abgeschlossenheit und Nichtnutzung über lange Zeiträume eine wertvolle Biotopstruktur herausgebildet. Gehölzbestände, oft mehrere Jahrzehnte alt, bilden eine eindrucksvolle Grünkulisse. Die zukünftige Nutzung sollte aber ebenso von der Nutzungsstruktur des Umfeldes, des Quartiers oder Stadtteils abhängig sein.
Aufgrund der Vegetationsstruktur und des dicht bebauten Umfelds wird häufig die Idee entwickelt, diese Brachflächen - zumindest in Teilen - als Grünflächen zu nutzen oder bei der Wiedernutzung Bereiche als Grünflächen umzuwidmen. Dies erhöht auch den Wohnwert und den Immobilienwert des Umfeldes.
„Brownfields to Greenfields“ beinhaltet also mehrere Aspekte; sowohl im ökologischen als auch im sozialen und ökonomischen Bereich.

Folgende Arbeitsschritte sind für das F-Projekt geplant.

Zu Beginn steht die Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen der Brachflächeentwicklung.
In einem zweiten Schritt werden Fallstudien am Beispiel der Stadt Dortmund analysiert. Dabei wird ihre Entwicklung unter dem Aspekt "Grün" untersucht und die Auswirkungen auf das Umfeld ermittelt. Es gibt gerade in Dortmund mit dem hohen Flächenanteil brachgefallener Bereiche der Montanindustrie hierzu ein großes Potential, das in der Stadt auch erkannt und genutzt wird. Zur Verdeutlichung sei auf drei Beispiele in Dortmund verwiesen:
Tremonia (Innenstadt West): aus Teilen einer ehemaligen Zeche ist eine attraktive Grünfläche gestaltet worden, an den Rändern dieser Grünfläche ist nun ein hochpreisiger Wohnstandort entstanden.
Halde Ellinghausen (Stadtbezirk Mengede): ein Drittel (ca 120 ha) einer Aufschüttung des Steinkohlebergbaus sind einem Naturschutzgebiet zugeschlagen worden und werden in diese inhaltliche Richtung weiterentwickelt.
Phoenix West und Ost (Stadtbezirk Hörde): ein aufgegebener Stahlstandort wird völlig neugenutzt. Dabei entstehen neue öffentliche Grünflächen (intensiv und extensiv); Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Neuanlage eines Sees in der Größe von 28 ha.

Als dritter Schritt des Projektes ist eine Studienexkursion nach Chicago und East Lansing, USA geplant. Dabei sollen verschiedene Brachflächenprojekte und die Vorgehensweise in den USA kennen gelernt werden. Zudem soll mit Studierenden der Partneruniversität Michigan State University ein Workshop organisiert werden, bei dem das Projekt die erarbeiteten Ergebnisse vorstellt. Die Exkursion ist aus organisatorischen Gründen für Mitte September 2008 terminiert.