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Veranstaltungsnummer:
090002
Art:
A-Projekt
Semester:
Winter- und Sommersemester
Umfang:
8 SWS
Zielgruppe:
1.-2. Sem.
Verantwortlich:
Sven Rannow (LLP), Anna Growe (RLP)
Zeit:
montags und donnerstags 14.00 - 18.00 Uhr
Raum:
noch nicht bekannt
Beginn:
29.10.2007

Raum- und Umweltplanung im Zeichen des Klimawandels

Projektgegenstand

Der erwartete Klimawandel stellt auch die räumliche Planung vor neue Herausforderungen. Die räumliche Verteilung unterschiedlicher Nutzungen hat erheblichen Einfluss auf die örtliche Ausprägung von Klimaparametern, die für das Wohlbefinden des Menschen besonders wichtig sind (z.B. Temperatur, Luftfeuchte und Wind). Daher kann eine räumliche Planung, die an klimatischen Funktionen und Empfindlichkeiten ausgerichtet ist, wesentlich zur Sicherung klimatisch und lufthygienisch günstiger Lebens- und Arbeitsbedingungen beitragen. Zusätzlich ergibt sich auch aus der prognostizierten Zunahme von Extremwetterlagen in den Bereichen der räumlich konkretisierten Katastrophenvorsorge (z.B. beim Hochwasserschutz) ein erheblicher Handlungsbedarf für die Raum- und Umweltplanung.
Durch die zukünftige Entwicklung der Landnutzung und ihrer konkreten Ausgestaltung (z.B. durch die Beeinflussung der Lage und Größe von Siedlungsflächen, Freiflächen und Verkehrsflächen) können die Folgen der globalen Klimaänderungen auf örtlicher Ebene gezielt abgemildert werden. Schon seit Jahren wird daher gefordert, die bestehenden Planungsinstrumente zur Raumordnung, Stadtentwicklung und Landschaftspflege auf dieses Problem hin neu auszurichten.

Aufgabenstellung

Mit seiner hohen sommerlichen Wärmebelastung und den häufigen austauscharmen Wetterlagen weist das Gebiet des südlichen Oberrheins schon jetzt ein ausgeprägtes Belastungsklima auf. Erste Prognosen legen nahe, dass das Oberrheintal im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands überdurchschnittlich stark vom Klimawandel betroffen sein wird.
Die bestehende Belastungssituation, die große Bedeutung lokaler und mesoskaliger Windsysteme für das lokale Klima und die Luftqualität sowie die prognostizierten Verschärfungen der Situation lassen in diesem Gebiet der planerischen Steuerung der Raumentwicklung eine besondere Bedeutung für die Sicherung einer günstigen Klimasituation zukommen. Der Regionalverband Südlicher Oberrhein hat daher im Herbst 2006 die Regionale Klimaanalyse Südlicher Oberrhein (REKLISO) vorgelegt. Sie zeigt den Bedarf und die Erfordernisse an Anpassungsmaßnahmen in der Region auf und legt somit die Grundlage für eine künftig stärkere Berücksichtigung klimatologisch-lufthygienischer Belange in der räumlichen Planung. REKLISO dient dabei insbesondere als Basis für die Berücksichtigung der Schutzgüter Klima und Luft bei der anstehenden Überarbeitung des Landschaftsrahmenplanes und der anschließenden Fortschreibung des Regionalplanes Südlicher Oberrhein.
Ziel des A-Projektes ist es, die Erkenntnisse dieser Studie für die räumliche Planung in der Region Südlicher Oberrhein konkret und in planerisch verwertbarer Form umzusetzen. Im Laufe des Projektes sollen dabei die Umsetzungsmöglichkeiten auf den verschiedenen Ebenen der Raumplanung (Regionalplan, Flächennutzungsplan, Bebauungsplan) ergründet werden. Die Projektteilnehmer können sich so nicht nur mit dem Themenfeld der Klimatologie und der Klimafolgenbewältigung vertraut machen, sondern auch die verschiedenen Ebenen der Raumplanung sowie ihre Aufgaben und Einflussmöglichkeiten an einem konkreten Beispiel kennen lernen.